Liebe oder so…

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die meisten Menschen ein völlig anderes Bild von Liebe haben, als ich oder ein verschwindend geringer Teil meines sozialen Umfeldes. Im Grunde unterscheide ich zwischen denen die von Liebe reden und den anderen die sie mit all ihren Konsequenzen leben. Liebe ist kein Gefühl, welches von einem anderen in dir erzeugt wird. Sie muss vorher schon da sein! Mann muss lieben wollen! Anders kann ich mir einfach nicht erklären, warum Menschen sonst in der Lage wären völlig nervige Angewohnheiten ihrer Partner einfach als sehr spezielle und  eigentlich niedliche Angewohnheit abzutun!? Das böse erwachen kommt erst nach dem finalen Streit und der daraus resultierenden Trennung. Wie??? Seit wann kannst du denn mein Schnarchen denn nicht leiden??? Ich dachte immer, es hätte eine beruhigende Wirkung auf dich!? Unser Blickwinkel verschiebt sich oder möglicherweise lässt  das Rosa schlagartig nach, trennt man sich erst einmal. Zurück zum Thema. Grundsätzlich stürze ich mich Hals über Kopf in meine Beziehungen und öffne mein Herz soweit wie möglich wobei ich meist nicht mal die Gründe nennen könnte, die im Endeffekt ausschlaggebend für mein verliebt sein waren. Ich will lieben und ist jemand gut zu mir tu ich das für gewöhnlich auch. Bis hierher unterscheiden sich die Verliebten während ihrer frühen Phase des erhöhten Dopaminpiegels nicht wirklich. Dort wo das verliebt sein aufhört entscheidet sich nun ob die Liebe beginnt oder ob man an jedem darauf folgenden Tag ein wenig mehr seines alten Lebens vermisst. Ist das der Fall ist das Ende faktisch schon besiegelt und es wird ein langsames und qualvolles Sterben folgen, ist man nicht bereit rechtzeitig die Reissleine zu ziehen. Liebt man einen Menschen, spielen die äußerlichen Begebenheiten keine Rolle. Möchte man mit einer Person zusammen sein,  sollte das wie und wo nicht so eine tragende Rolle spielen. Dass das in unserer heutigen Welt tatsächlich an Utopie grenzt ist mir mittlerweile schmerzhaft auch schon bewusst geworden. Man hat einen Traum, einen Plan oder einen Anspruch ans Leben und der Partner muss integriert werden. Er ist ja schließlich nur ein Teil MEINES Lebens. Man kann leider aber auch den richtigen Menschen wegen des falschen Lebens verlieren. Wieder einmal finde ich mich einem Punkt wieder, wo ich mir eingestehen muss versagt zu haben. Was auch immer es war, ich habe eine Teilschuld daran getragen aber dies auch zu verstehen fällt mir dennoch schwer. Ich kann mit logischen Antworten nichts anfangen, da mein Gefühl mir was anderes sagt. Auch ich wäre gerne in der Lage, das ganze Ausmaß meines Dilemmas voll zu begreifen aber das einzige was momentan wirklich deutlich spürbar für mich ist, sind Trauer, Enttäuschung und ein kleines bisschen Wut. Ich kann und will irgendwie nicht, dass mein Kopf die Kontrolle übernimmt. Ich fühle mich als Mensch einfach wohler wenn auch weiter der Bauch der Kapitän dieses zum sinken verurteilten, rostigen Kahns ist, der sich mein Leben schimpft. Solange meine Entscheidungen aus dem Herzen kommen, kann ich mir wenigstens sicher sein, dass sie zwar nicht unbedingt klug sind aber dafür mit Sicherheit Ehrlich. Ich hatte eine größtenteils wundervolle Zeit mit einer wundervollen Frau die mir in meinen Fähigkeiten als Philanthrop so ziemlich alles abverlangt hat aber es trotzdem geschafft hat mich, wenn auch nur für eine kurze Zeit, wieder Lieben fühlen zu lassen. Merkwürdig das ausgerechnet die schönsten Erinnerungen die größten Schmerzen verursachen… Ich bin traurig, dass sich unsere Wege nun trennen und hoffe, sie findet ihren.

Was mich betrifft, habe ich weiterhin auch Liebe im Herzen und verbleibe wie eine Briefmarke. Außen rauh und kantig und dahinter ein klebriger Hintergrund!

Passt auf euch auf,

Peace, euer Senay

Einfach mal Danke sagen …und ein wenig Meckern!

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Schon seit Tagen quält mich das Bedürfnis wieder was zu schreiben, da ich ansonsten Gefahr laufe alles in mich hineinzufressen und da ich das weder meinem Magen, meiner Psyche oder meinem Dickdarm zumuten möchte, bringe ich es jetzt zu Papier oder wie in diesem Fall eher richtig, auf meinen Blog! Ich könnte mich zur Zeit so ziemlich über alles aufregen und bin zu dem Endschluss gekommen, dass die Menschheit einfach nur schlecht ist. Ein Großteil der Bevölkerung ist einfach intellektuell auf der Strecke geblieben und der jämmerlich Rest ist zu bequem und satt um wirklich auf die Barrikaden zu gehen und für ein besseres Miteinander endlich mal die Stimme zu erheben. Während in unserer direkten Nachbarschaft Kinder verkauft, gequält und missbraucht werden, zeigt sich Deutschland solidarisch mit einem Verurteilten Steuerhinterzieher und erstellt sogar Fanseiten um für seine vorzeitige Entlassung zu demonstrieren, während er seine Luxushaft noch nicht mal angetreten hat. Millionen fiebern mit einem Glatzköpfigen Weichei dessen unsagbar schwere Aufgabe darin besteht, aus einem Haufen Mediengeiler Flittchen die Liebe seines Lebens zu finden, die er vorher in mehreren vom Fernsehen inszenierten und finanzierten Fantasie-Dates, die er aus eigener Tasche niemals bezahlen hätte können, körperlich und geistig ausprobieren darf. Das wir nebenbei gerade in den 3. Weltkrieg getrieben werden interessiert da natürlich keinen. Hauptsache Angelina ist eifersüchtig und Katja hat ne Puffmutter! Schlagzeilen für ein Volk dass sie auch verdient! Die Welt brennt aber RTLII und Konsorten haben schon die passenden Würstchen für den Grillabend parat und Oliver Pocher wird das ganze natürlich Live moderieren. Eine professionelle Jury aus Promis wird gerade zusammengestellt und ich habe wie immer keine Ahnung was man zur Apokalypse eigentlich so anzieht. Ist Russland eigentlich auch eingeladen und bekommen die Griechen ihre Eintrittskarten auf Pump? Ich hoffe die Boing taucht auch wieder auf, sonst haben die Passagiere ja nichts vom Untergang. Wir steuern Roboter auf dem Mars aber schaffen es angeblich nicht dieses verdammte Flugzeug zu finden. Würde mich nicht wundern, wenn das alles nur ein Werbegag von Network ABC wäre und sie nur Promo für die neue Staffel von Lost machen. Unbezahlbar??? Nicht für das Fernsehen! Moralisch verwerflich??? Nicht für das Fernsehen! Unmöglich??? Nicht für das Fernsehen!

Irgendwie habe ich keine Lust mehr auf Erde und Menschen und so… Ich bin unserer Welt einfach nur noch überdrüssig. Was ist es aber, was mich trotzdem dazu bringt einen neuen Tag zu beginnen. Was lässt mich jeden Tag aufs neue hoffen und den Glauben an die Zukunft und die Tatsache, dass es irgendwann besser wird, nicht verlieren!? Das seit ihr!!! Meine Kinder, meine Frau, meine Familie und meine Freunde! Wenn ich mir mein Umfeld und die Menschen die darin enthalten sind ansehe, kann ich nicht verstehen, warum die Welt so abgrundtief schlecht ist. Meine Freunde sind definitiv nicht Schuld daran! Ihr seid  (um das ganze mal in alphabetischer Reihenfolge zu sortieren) abenteuerlich, aktiv, angenehm, animalisch, anmutig, anregend, anspruchsvoll, anziehend, aphrodisierend, atemberaubend, athletisch, attraktiv, aufreizend, ausgelassen, außergewöhnlich, außerordentlich, bedeutend, beeindruckend, beflügelnd, befreiend, begehrenswert, begeisternd, beglückend, belebt, berauschend, besonders, bewundernswert, bezaubernd, brillant, charismatisch, charmant, dominant, duftend, dynamisch, echt, edel, ehrlich, einfühlsam, einzigartig, ekstatisch, elegant, emotional, empfehlenswert, entzückend, erfrischend, erhellend, erotisch, erregend, erstaunlich, erstklassig, exklusiv, extravagant, exzellent, fabelhaft, fantastisch, faszinierend, fein, fesselnd, feurig, freizügig, freudig, freundlich, frisch, fröhlich, geheimnisvoll, geliebt, genüsslich, geschmackvoll, gigantisch, glänzend, grandios, gravierend, grenzenlos, großartig, harmonisch, heißblütig, hemmungslos, herrlich, hervorragend, hübsch, humorvoll, ideal, imponierend, individuell, intelligent, intensiv, interessant, knallig, königlich, kostbar, kraftvoll, kunstvoll, lebhaft, leidenschaftlich, leuchtend, liebenswert, lustvoll, luxuriös, mächtig, magisch, märchenhaft, mitreißend, mysteriös, mystisch, packend, perfekt, phänomenal, phantastisch, positiv, potent, prächtig, prall, rasant, real, rein, reizend, riesig, romantisch, scharf, schön, selbstlos, selbstsicher, selten, sensationell, sensibel, sexy, sinnlich, spannend, spektakulär, stark, stilvoll, sympathisch, traumhaft, überlegen, überwältigend, unfassbar, unglaublich, unwiderstehlich, verblüffend, verführerisch, verlockend, warmherzig, wertvoll, wild, wohlriechend, wunderbar, wunderschön, wundervoll, zärtlich und zuverlässig!

Vielen Dank dafür!

Peace,

Euer Senay

Fucking Frühling

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Wie sehr mir in den letzten Monaten die Sonne gefehlt hat, merke ich erst jetzt wo sich ihre ersten wärmenden Strahlen langsam durch Wolken und Smog in die Straßen meiner Hauptstadt kämpfen. Im Sommer tust du gut und im Winter tut´s weh. Treffender als Seeed damals kann man die Jahreszeiten in Berlin gar nicht beschreiben. Unser Winter ist meist kalt, windig und hart aber sobald die ersten Anzeichen des Frühlings unserer ach so tristen Mudderstadt neues Leben einhauchen, ist das die tollste Stadt der Welt. Es muss nicht einmal warm sein, nur hell! Ausgehungerte Menschen strömen in Massen in die Parks auf der Suche nach Sonne, Straßencafes bringen ihre Terrassenmöbel auf Hochglanz und unsere Flohmärkte schießen wie Löwenzahn aus dem harten Asphalt. Aber auch die Liebe kehrt wieder zurück in die Stadt. Waren die letzten Monate noch geprägt von schlechter Laune, Unzufriedenheit und Aggressionen, so fangen die Menschen wieder an zu strahlen und ein kleines aber feines Lächeln huscht ihnen immer wieder grundlos über ihre Gesichter. Für mich beginnt nun die schönste Zeit, die man in Berlin erleben darf. Nach über 13 Jahren Wahlberlinerschaft vergisst man manchmal wie die ersten Monaten in dieser unglaublichen Stadt waren. Die Aufregung endlich ein Teil dieser bunten Vielfalt zu sein, an jeder Ecke die Geschichte zu spüren die diese Stadt so geprägt hat und die Inspiration die förmlich aus jeder Gasse jedes Bezirkes auf einen niederprasselt. Ich freue mich schon auf das Gesicht meiner Perle, wenn ich sie das erste mal in den Mauerpark zerre und sie mir mit ihrer unvergleichlichen Art sich über bunten Menschen freuen zu können, die Gelegenheit gibt, die Stadt noch einmal mit ihren vorurteilsfreien Augen zu betrachten und mich vielleicht ein weiteres mal in sie zu verlieben. In meine Frau, wie auch in meine Stadt. Ich kann jetzt schon ihr ausgelassenes Quieken hören, wenn sie zum ersten mal nur alleine den Flohmarkt sieht und an jedem Stand euphorisch nach mir schreit! Mit ihr ist jeder Frühling, wie mein zweiter Frühling, jedes Gefühl so intensiv wie kein anderer und jeder Tag wie mein letzter auf Erden sein sollte. Ich hatte tatsächlich vergessen, warum ich eigentlich so gerne hier wohne und was mir Berlin alles gegeben hatte. Sie hatte mir auch einiges genommen. Den Glauben an die Menschheit und an die Lehren, die mir meine Eltern mitgegeben hatten, damit aus mir doch noch was anständiges wird. Ehrlichkeit, Respekt, Authentizität, Freundlichkeit und Offenheit, alles Dinge, die hier in den letzten Jahren durch viele der Blender bis aufs Mark erschüttert worden sind aber trotz alledem noch da sind. Man sieht sie im Winter zwar nicht so oft, da sie sich unter dicken Jacken und Fellmützen zu verstecken scheinen aber sie sind definitiv noch da. Der Frühling bringt alles wieder zum Vorschein!

Mit Danny durch die Strassen zu ziehen ist wie die Welt noch mal mit Kinderaugen sehen. Alles ist neu, bunt und fröhlich und nett sein macht wieder Spaß. Probiert es aus und ich verspreche euch das Berlin immer noch die “Alte” ist!

Es ist fucking Frühling!!!

Euer Senay,

Peace!

Werde alt und bleibe Kind!

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Alle die immer noch ein Kuscheltier aus ihrer Kindheit besitzen und es lieben bitte mal die Hand heben. OK… Das sind einige. So, und jetzt heben alle die Hand, die es heute noch schaffen mit diesem Überbleibsel früherer und glücklicherer Zeiten zu spielen. Na, da gehen aber einige Hände  wieder runter. Warum fällt uns so schwer das Kind in unserem Herzen am Leben zu halten? Warum sind wir peinlich berührt, wenn man uns beim Spielen mit alten Spielsachen aus dem Keller erwischt? Und warum, verdammt noch mal, ist es so wichtig sich erwachsen zu benehmen wenn einem eigentlich nach wildem rumgehüpfe auf dem ehelichen Doppelbett ist? Keine Ahnung warum ich mir diese Fragen stelle, denn eine plausible Antwort habe ich darauf leider nicht. Zum Erwachsenwerden gehört allgemein üblich dazu, dass man den Ernst des Lebens kennen lernt und einsehen muss, dass das Lieben und Leben kein sommerlicher Spaziergang durch eine Blumenwiese ist. Verantwortung übernehmen und die Welt mitgestalten damit es unseren Kindern einmal besser geht als uns. Das sind die ehrenwerten Ziele, die wir uns selbst gesteckt haben. Seien wir mal ehrlich aber besonders talentiert stellen wir uns dabei nicht an. Wir befinden uns am Abgrund unserer Existenz, dem wir natürlich mit Contanance und Selbstbeherrschung entgegen treten, so wie das Erwachsene nun mal tun würden, anstatt die letzten Momente die uns bleiben mit Menschen zu verbringen, die uns glücklich machen und Dinge zu tun, die uns Freude schenken und uns vielleicht ein letztes glückliches Funkeln in die Augen zaubern könnten. Wir würden uns eher anständig an einen Tisch setzen und wie Erwachsene ruhig und besonnen auf den Untergang warten. Eigentlich würden wir wahrscheinlich eher durchdrehen und plündernd und brandschatzend durch die Strassen ziehen und herumschreien wie kleine Mädchen und  darauf hoffen, eine höhere Macht möge uns doch bitte retten. Kinder nehmen solche Situationen ganz anders war. Natürlich wären sie erst voller Angst und würden den Ernst der Situation nicht wirklich begreifen aber würde man ihnen einfach nur sagen, dass ihnen nur noch 24 Stunden übrig bliebe, dann würden sie, und dafür lege ich meine Hand ins Feuer, ihre Lieblingsspielsachen holen, fragen ob sie ihre Freunde noch mal sehen können und dann einfach nur spielen und versuchen Spaß zu haben. Kinder haben ein viel besseres Gespür für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, als wir Alten es je wieder haben werden. Mir wurde in einer meiner früheren Beziehungen mal gesagt, ich solle mich doch bitte meinem Alter entsprechend anziehen. Meinen beiden Jungs gefällt aber die Art wie ich mich Kleide. Ich bezweifle, dass mich ein Anzug zu einem besseren Menschen machen würde aber ich denke, es würde mein Umfeld beruhigen. Und genau hier fängt der Hamster an zu humpeln!

Wir werden nicht erwachsen, weil es gut für uns ist, sondern weil es gut für die Gesellschaft ist. Das Verhalten Erwachsener ist eine Norm, die wir unseren Kindern versuchen überzustülpen, weil wir der Meinung sind, sie wären dann nicht mehr so unberechenbar. Wenn man so und so alt ist, dann macht man die Dinge halt so und so. Kinder sehen die Dinge nicht ganz so rational. Natürlich wären unsere Taten nicht mehr so effektiv, würden wir uns den lieben langen Tag nur noch kindisch verhalten aber ich bin mir sicher sie würden viel mehr Spaß machen. Spaß ist zwar nicht alles im Leben aber Spaß ist essenziell.  Meine Jungs haben mich gelehrt, wie wichtig es für mich selbst ist, manchmal dem kleinen Monster in mir seinen Ausgang zu gewähren und einfach mal das erstbeste zu tun, was mir in den Sinn kommt, solange es nur lustig und kindisch ist, und Achtung ganz wichtig, niemandem schadet. Glaubt mir Leute, es macht heute noch genauso viel Spaß wie früher mit Matchboxautos zu spielen und dabei die quietschenden Reifen selbst zu synchronisieren. Wann habt ihr euch das letzte mal eine Decke auf den Rücken geworfen und Batman gespielt? Kind zu sein war mal ein unglaublich schönes Gefühl und das kann man sich erhalten. Anstatt unseren Kindern nur etwas beibringen zu wollen, sollten wir vielleicht mal schauen, was wir von ihnen noch lernen können. Ein jeder von uns sollte niemals ganz die Verbindung zum Kind in uns verlieren und es ab und zu mal zum spielen ausführen.

Wilhelm Schlichting hat mal gesagt, “Eigentlich sollte die glücklichste Zeit des Lebens die Kindheit sein aber ich bezweifle das, denn man muss erst alt werden, um das zu wissen!” Irgendwie traurig, findet ihr nicht!?

Wenn wir wir es selbst schaffen uns daran zu erinnern, dass unsere Kinderjahre die schönsten waren, wären wir dann vielleicht auch in der Lage unserem Nachwuchs beizubringen diese zu genießen und sie müssten in der heutigen Welt nicht immer schneller erwachsen werden.

In diesem Sinne, sucht das Kind in euch! Es soll mich anrufen und wir treffen uns zum Spielen!

Peace

Euer Senay

 

Nehmt euch mehr Zeit für die Lebenden!

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Zu aller erst möchte ich mit einem kleinen Tataaa verkünden, dass ich wieder da bin. Also, Tataaaaa!!!! Ich hatte vor genau einer Woche das dringende Bedürfnis Facebook einfach mal zu deaktivieren. Punkt 19 Uhr schloss ich meinen Account für exakt sieben Tage und wollte sehen was passiert. Aber gut, machen wir kein großes Ding daraus, es war schließlich nur eine lumpige Woche aber die Erkenntnisse, die ich über mich und mein soziales Networking-Verhalten gewinnen konnte, waren phänomenal. Na gut, ich übertreibe wieder. Eigentlich kam dabei nichts raus, was nicht jeder halbwegs gebildete und normal funktionierende Mensch auch schon vorher wusste aber es war trotzdem schön, das ganze noch mal aus erster Hand bestätigt zu wissen. Der Grund für das schließen meines Accounts war einfach der, dass FB mittlerweile schon einen zu großen Einfluss auf mein reelles Leben hatte. Ich möchte zu erst einmal klarstellen, dass es mir nicht darum geht die sogenannten neuen Medien zu verteufeln. Ganz im Gegenteil, ich bin sogar ein riesen Fan der neuen sozialen Netzwerke aber ich muss trotzdem ganz ehrlich zugeben, dass mir ihr Einfluss mittlerweile wirkliches Unbehagen bereitet. Es ist schier unglaublich welche Menschen und Aussagen auf ein mal eine Rolle in meinem Spielen obwohl sie nüchtern betrachtet, wahrscheinlich das unwichtigste darin sein sollten. Die Wichtigkeit einer Sache erkennt man meist an der Zeit die sie in Anspruch nimmt. Andersrum erachten wir Dinge wiederum für wichtig, wenn sie uns eine Menge Zeit kosten. Wie z.B. Facebook. Wenn wir einen großen Teil unseres Tage nun auf mal auf solchen Plattformen verbringen, räumen wir ihnen damit einen großen Platz in unserem Leben ein und damit natürlich auch Macht darüber. Ich habe in dieser einen Woche gemerkt, dass ich das nicht mehr möchte. Ich möchte mich nicht mehr gezwungen fühlen, jeden Tag was zu posten. Ich möchte mich nicht mehr gezwungen fühlen, jeden Tag was zu kommentieren. Ich möchte mich nicht mehr gezwungen fühlen, jeden Tag jedem zu seinem Geburtstag gratulieren zu müssen. Am wichtigsten aber ist, ich möchte mich nicht mehr gezwungen fühlen, jeden Tag aufs neue über mich richten zu lassen. Es eine Sache Fotos zu veröffentlichen und sich über die Beiträge danach zu freuen und vielleicht auch gefallen an ihnen zu finden aber eine andere wenn sie plötzlich eine Notwendigkeit werden um das eigene Selbstvertrauen zu stützen. Es ist eine Sache den Menschen die Möglichkeit zu geben an deinem Leben teilhaben zu können aber eine andere sie bestimmen zu lassen, wie ich es führe. Ich persönlich habe nun beschlossen, dass ich das nicht mehr tun werde. Hiermit entschuldige ich mich schon im Voraus für alle die Personen die in Zukunft beleidigt sein werden, weil ich auf FB ihren Geburtstag vergesse, nicht auf ihre Posting reagiere und manchmal Nachrichten schlicht und ergreifend nicht beantworte. Nicht weil ich euch nicht mag! Nein, sondern nur weil es Dinge gibt, die ich einfach noch mehr mag. Echte Dinge, wie z. B. meine Kinder, meine wundervolle Frau und meine fantastischen Freunde. Ich werde meinen Account jetzt immer wieder in regelmässigen Abständen deaktivieren und mir Auszeiten nehmen. Ich werde die Benachrichtigungsfunktionen meiner Portale ausschalten. Ich werde einfach nicht mehr rund und um die Uhr frei zugänglich sein und meinem Offline-Leben wieder die Zeit einräumen, die es verdient. Erich Fromm hat mal was schönes zum Thema die Kunst des Liebens geschrieben und wie man unschwer erkennen kann, sprach er von reellen Menschen und nicht von Facebook-Profilen mit 10% Wahrheitsgehalt pro Packung.

“Über dem Vermitteln von Wissen vergessen wir jenes zu Lehren, das für die menschliche Entwicklung am wichtigsten ist: jenes zu Lehren, das nur durch die einfache Gegenwart eines reifen und liebenden Menschen gegeben werden kann. “

Kümmert euch mehr um die Lebenden!

Aber trotzdem…

Schön wieder bei euch zu sein!

Peace, euer Senay

Borders, Lines & Borderliners

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Im Grunde besteht mein Leben darin, meine Grenzen jeden Tag auf´s neue auf die Probe zu stellen. Ich bin ehrlich und sage, ich kenne meine Grenzen nicht wirklich und habe mich auch nie bewusst dafür interessiert wie weit man eigentlich gehen kann. Ich habe es einfach getan! Meist kam danach erst das Feedback und die Leute waren entweder überrascht, schockiert oder belustigt. Wie dem auch sei, wenn ich in den letzten 20 Jahren was gelernt habe, dann das Grenzen ab und an tatsächlich wichtig sein können. Hierbei geht es weniger um deine eigenen als viel mehr um die der Menschen um dich herum. Für dein eigenes Sein und Tun ist niemand sonst verantwortlich, als du selbst und der einzige Mensch vor dem du dich rechtfertigen musst, ist der gleiche! Dementsprechend hängt es alleine von dir ab welche bahnbrechenden Aktionen deine Tage so mit sich bringen und somit zeigen, wie weit deine Hemmschwelle bereit ist zu sinken. Das kann manchmal absurde Formen annehmen wie zum Beispiel das ablegen deiner Kleider auf dem Weg nach Hause und das anschließende Urinieren auf die Couch. Das ist aber völlig in Ordnung, wenn es nicht gerade die Wohnung deines Freundes ist und seine Freundin zufällig noch auf der Couch saß. Heute können wir darüber lachen. Na gut, wir haben auch damals darüber gelacht! Egal, wie dem auch sei. Grenzen sind nun mal dafür da, überschritten zu werden! Problematisch wird es wenn meine Grenzüberschreitungen plötzlich das Territorium meiner Mitmenschen in Mitleidenschaft ziehen. Im Iran hängt man Leute für illegales einwandern! OK, drastischer Vergleich!

Eigentlich ist es ganz einfach. Ich kann tun und lassen was ich will, solange mein Handeln niemand anderes in irgendeiner Form belästigt, schädigt oder beleidigt. In einer Beziehung sollte dass die oberste Prämisse sein. Wir bestehen immer auf unsere Freiheiten und dass wir Männer Wildpferde sind die mit Zäunen nicht gebändigt werden können und vergessen oft, dass gerade unser Macho-Gehabe die Liebsten um uns rum an den Rand ihrer Grenzen bringt. Ich weiß wovon ich rede… Fragt einfach meine Frau! Wir machen alle zumeist den gleichen Fehler! Wir schreien sofort nach Toleranz wenn wir selbst kritisiert werden und sprechen ständig anderen in ihre persönliche Entwicklung, wissen alles besser und setzen die Messlatte der Moral wie es uns beliebt. Die Individualität des einzelnen ist toll aber sie funktioniert in einer Gesellschaft voller Rudeltiere einfach nicht ohne Kompromisse! Der Mensch ist und bleibt nunmal ein Herdentier. Paradox ist natürlich je größer die Herde, umso größer der Wunsch nach Individualität der darin enthaltenen Menschen. Es kann mir niemand auch noch so introvertiertes erzählen, er hätte nicht einmal in seinem Leben den Wunsch gehabt was besonderes zu sein, aus der Masse hervorzustechen oder besonders geliebt zu werden. Jeder möchte geliebt werden, das gehört einfach zur Natur eines Lebewesens mit einem Ego und einem Bewusstsein aber ich schweife schon wieder ab… Ich bin endlich wieder in der glücklichen Lage jemanden zu haben, der mir jeden Tag wieder sagt, wo meine Grenzen liegen. Früher habe ich das gehasst! Ständig wurde dir gesagt, was du nicht kannst oder darfst. Der Unterschied zu damals ist, dass mir meine Frau heute zwar auf der einen Grenzen aufweist aber auf der anderen neue mit mir überschreitet. Die Balance ist da sehr wichtig! Wenn du jemandem schon einen Weg versperrst, solltest du ihm vielleicht einen neuen zeigen…

Mögen die Grenzen, an die du stößt, einen Weg für deine Träume offen lassen… (Alt-Irischer Segenswunsch)

Peace,

euer Senay