Hass oder Hoffnung? Entscheide dich!

Seit Tagen habe ich das Bedürfnis wieder was zu schreiben und immer wenn ich mir meinen Rechner zur Hand nehme, bin ich wie blockiert und könnte vor Verzweiflung explodieren. Dabei gibt es zur Zeit so viele Dinge die mich beschäftigen und die es mir unmöglich machen, mein Leben in gewohnter Weise fortzuführen. Was tut man also, wenn man so viel zu sagen hat, es aber nicht zu Papier oder Gehör bringen kann? Ich habe mich dazu entschieden genau jetzt in diesem Moment alles aufzuschreiben was mir durch den Kopf geht. Ich bin in erster Linie schockiert und auch ein wenig persönlich beleidigt in welcher Art und Weise die heutigen Menschen miteinander umzugehen pflegen. Wie kann ein Mensch, der mich noch nie in meinem Leben persönlich kennen gelernt hat, solch abgrundtiefen Hassen meiner Person gegenüber empfinden? Andererseits gibt es ja auch Menschen die mich und die Dinge die ich tue gut finden, obwohl sie genau wie ihre negativen Gegenexemplare auch, mich niemals von Angesicht zu Angesicht getroffen haben. Mit wachsender Öffentlichkeit mehren sich auch die kritischen Stimmen und diese gehen weit über die übliche Kritik hinaus. Auf einmal wollen sich meine männlichen Geschlechtsgenossen mit mir messen und packen ihre Teils unterentwickelten Genitalien zum Schwanzvergleich mit mir aus. Meine Männlichkeit, die natürlich nur durch ein persönliches Treffen und eine darauf folgende Prügelei unter beweis gestellt werden kann, wird in Frage gestellt. Hauptschulabgänger provozieren Verbalgefechte auf meiner Pinnwand und werden meinen Freunden gegenüber beleidigend weil sie, zu beschränkt in ihrer Wahrnehmung, nicht in der Lage sind einen Dialog zu führen der auch Sinn macht. Ich habe so oft versucht zu betonen, dass ich die Menschen gerne überzeugen möchte und nicht bekämpfen aber viele sehen darin keinen Unterschied und so geben sie dir die Hand während sie hinter ihrem Rücken schon mit dem Finger am Abzug spielen. Ich weiß, ich polarisiere und ich weiß, ich provoziere. Ich werde aber niemals persönlich, solange ich nicht selbst in meiner Person angegriffen werde. Nichtsdestotrotz demontiere ich Blender, Hater, gefakte Intellektuelle, Rassisten, Fundamentalisten, Schwätzer, Proleten und all die anderen getürkten Randexistenzen mit Profilneurose zu gerne auf meiner Pinnwand verbal. Jeder der seine Meinung in der Öffentlichkeit kund tut, sollte auch gezwungen werden sein wahres Gesicht zu zeigen. Bei den meisten langen zwei gut gesetzte Kommentare um ihren dunklen Charakter hinter der blinkenden Facebook-Reklame-Tafel zum Vorschein zu bringen. Andere wiederum sind gut. Sehr gut sogar. So gut, dass sie sich ihres Könnens bewusst sind und täglich tausende von ihren FB-Jüngern manipulieren. Wenn ich die letzten Jahre tatsächlich etwas hassen gelernt habe, dann sind das Menschen die ihrer Umwelt nichts Positives mehr entgegen zu bringen haben. Auch ich bin innerlich jeden Tag aufs neue zerrissen, wenn ich die Nachrichten sehe, die Artikel über Krieg, Mord und Vergewaltigung lese oder in Berlin wieder mal ein Kind und ihre Mutter einem “Ehren”Mord zum Opfer gefallen sind. Ehre und Stolz sind sowieso Begriffe die in den letzten Jahren von uns förmlich trocken gefistet wurden aber das soll heute nicht mein Thema sein. Was ich zu vermitteln versuche ist, dass wir der letzte Schutzwall für unsere Kinder sind, die sie noch Menschlichkeit und Mitgefühl lehren können, anstatt Profitgier und Ruhm als oberste Maxime unserer Gesellschaft zu glorifizieren. Höflichkeit statt Egoismus. Helfen anstatt Abzocken! Auch ich würde mich gerne auf den Schwarzmarkt begeben und Ausschau nach waffenfähigen Plutonium halten um das ISIS-Problem zu beseitigen aber das wäre nicht die Lösung. Wir werden untergehen und das ist sicher! Solange Vergeltung und nicht Vergebung unser Verhalten bestimmt, solange werden wir uns weiterhin für weit weniger als für ein Stück Land, Öl oder Ruhm gegenseitig die Kehlen aufschlitzen.

Können wir nicht einfach lieb zueinander sein???  Ab und an ist eine pädagogische Schelle von Nöten und unabdingbar  aber die Art und die Qualität der Gewalttaten steht einfach in keiner Relation mehr zu unserer Menschlichkeit und unserem Mitgefühl. Ich habe keine Partei, keinen Fernsehsender oder eine auflagenstarke Zeitung um die Menschen zu beeinflussen aber ich kann die Menschen in meinem Umfeld zu Denkanstößen anregen und versuchen sie zu inspirieren. Und ihr könnt das auch! Wenn jeder meiner Freunde nur zwei seiner Freunde zu einem besseren Verhalten motivieren könnte, würde eine Welle der Höflichkeit und Hilfsbereitschaft durch dieses Land rollen und ich weigere mich vehement zu akzeptieren, dass diese Welt nur noch kalt und böse sein soll, denn das Gegenteil beweisen mir meine Herzmenschen jeden Tag aufs Neue. Dafür danke ich euch von ganzem Herzen!

Heute mache ich es kurz und schmerzlos und beende meinen Blog genau so abrupt, wie ich ihn auch begonnen habe mit den Worten von John Niven:

SEID LIEB!!!

 

Peace,

Euer Senay

Meine Trauer ist mein Antrieb

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Wieder einmal liegen Tage völliger Ausgelassenheit hinter mir. Tage voller Spaß, Liebe und wundervoller Menschen die Teil meiner Familie sind oder einfach nur eine Zeit lang mein Leben mit mir teilen. Im Grunde genommen habe ich ein unglaubliches Leben und sollte jeden Tag dankbar für jeden weiteren sein. Bin ich aber nicht! Ganz im Gegenteil! Sobald ich die Räume meiner Wohnung betrete und ich mir meiner eigentlichen Einsamkeit bewusst werde, verfalle ich in tiefste Depressionen.

Die Depression ist eine psychische Störung mit Zuständen psychischer Niedergeschlagenheit als Leitsymptom, so heißt es zumindest nach wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich selbst würde es nicht als Störung bezeichnen!! Es ist eine Emotion wie jede andere auch und resultiert wie sie natürlich auch aus Begebenheiten unseres Lebens. Wie würdet ihr den Unterschied zwischen Melancholie und Trauer beschreiben, wenn es die Wörter “Gut” oder “Schlecht” nicht geben würde? Melancholie war für mich schon immer die Kunst glücklich trauern zu können. Sie ist wie die gut aussehende, erwachsenen Schwester ihres unkontrollierten und skrupellosen Bruders, der Trauer. Die Trauer überkommt dich ohne Vorwarnung und Erbarmen. Sie zwingt dich zu leiden und nicht zu wissen, wie man das Leiden beenden kann und ob es überhaupt jemals enden wird. Nie zuvor hat ein anderer Mensch so gelitten und so viel Schmerz ertragen müssen, wie man gerade selbst durchlebt. Trauer macht einen egoistisch, unfair und blind für alles andere. Man will einfach leiden!

Ich persönlich mag diese Art des Leides nicht besonders! Ich bin Krebs. Menschen wie ich leben jede Emotion vollends aus, weil wir nicht Herr ihrer werden. Wenn wir lieben, lieben wir aus tiefstem Herzen und wenn wir Hassen, dann ohne Hoffnung auf Vergebung. Unser Lachen ist ehrlich und unsere Tränen könnten echter nicht sein. Wir sind wie die Sklaven unserer eigenen Empfindungen und können oft gar nicht genau definieren, warum wir in bestimmten Momenten so fühlen, wie wir fühlen. Wir tun es einfach. Ich hatte heute eine zuerst zufällige Begegnung mit einem Menschen, den ich zuvor noch nie in meinem Leben gesehen hatte und wenige Stunden später lernten wir uns durch einen absichtlichen Zufall kennen. Nach einem kurzem aber trotzdem sehr intensivem Austausch, fiel ein für mich sehr wichtiger Satz. “Depressive Tage sind mega-produktiv!” Das mag durchaus stimmen aber nur, wenn man sie zu zelebrieren weiß…

Es ist unglaublich, was für eine Kraft sich auch aus einer Depression heraus entwickeln kann, wenn man sie nur in die richtigen Bahnen lenkt. In meinen dunkelsten Momenten habe ich meine schönsten Texte geschrieben. Je schlechter es meinem Herzen geht, umso intensiver und emotionaler werden meine Mixe. Meine Produktivität steigt proportional zu meinem Wunsch mich und meine Welt in den Abgrund zu stürzen. Was wie die Muse meiner Kreativität ist, ist gleichzeitig wie ein Krebsgeschwür in meinem Gemüt. Ihr seht also, ich kann ohne sie gar nicht mehr. Und selbst wenn man mich “heilen” könnte, würde ich das überhaupt wollen? Meine Trauer ist mein Antrieb! Würde man mir sie nehmen, so würde man mich einer meiner intensivsten Gefühle berauben und ich könnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, nur noch Glücklich zu sein. Mal abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich gar nicht mehr in der Lage wäre zu sagen was Glück überhaupt ist. Ich könnte keine Frau wirklich lieben die bei mir wäre, wenn ich nicht auch gleichzeitig wüsste, wie traurig es ist, sie zu vermissen wenn sie nicht da ist. Ich könnte die Wärme und das Licht der Sonne im Sommer nicht genießen und herbeisehnen, wenn ich die Kälte und Dunkelheit im Winter nicht kennen würde. Also anstatt mir meine Emotionen zum Feind zu machen und sie zu bekämpfen, Rauchen wir lieber gemeinsam ne Friedenspfeife und schauen welch wunderschöne Pflanze wir auf diesem großen Haufen Mist pflanzen können.

Ich schreibe gerne wenn ich traurig bin und zu wissen das es Leute gibt, die das auch tatsächlich lesen, gibt meiner Depression wiederum ihre Daseinsberechtigung.

Ich schreibe, also bin ich. Ich werde gelesen, also bin ich nicht allein. (Kurt Marti)

Peace,
Euer Senay

 

 

ALS – Oder wie eine Krankheit die zivilisierte Welt spaltet!

Stephen Hawkin

In den letzten Wochen konnten wir alle ein Massenphänomen beobachten, was durch Facebook und Youtube innerhalb kürzester Zeit die Online-Community auf die eine oder andere Art wahnsinnig gemacht hat. Die ALS-IceBukcketChallenge!
 
Ich selbst stand dem ganzen von Anfang an ein wenig skeptisch gegenüber, beteiligte mich aber trotzdem aus Solidarität und Gruppenzwang an der Aktion. Zuerst fand ich die Aktion lustig, verstand aber nicht wirklich, warum Menschen anfingen, sich wie verrückt Eiswasser über die Köpfe zu schütten. Nach einer kurzen Recherche verstand ich auch den Hintergrund dieser Challenge und fand es eigentlich eine lustige Idee, um auf eine Krankheit hinzuweisen, die bis Dato kein Mensch kannte. Dass alleine in Deutschland lediglich nur ca. 8.000 Leute davon betroffen sind, macht die Erforschung dieser tückischen Krankheit auch nicht gerade einfacher. Da es keinen Markt für ein Medikament gibt, dass von so wenig Menschen benötigt wird, interessiert die Entwicklung eines Heilmittels natürlich auch keinen Pharmakonzern wirklich ernsthaft! Gerade mit diesem Hintergrund, finde ich die angesammelte Menge an Geld auch großartig und hoffe, dass es für die nächsten Jahre die Entwicklungskosten deckt und sie eventuell auch ohne Tierversuche auskommen. Ups!!! Tierversuche??? Das wusste auch keiner der tausenden von Menschen, die diese witzige Aktion voller Euphorie und Tatendrang in die Welt getragen hatten. Ferner ist das ein Unterschied, ob einige hundert Menschen sich einen Eimer Wasser über den Kopf schütten oder gleich einige Millionen und das in einer Zeit, wo einige Firmen, wie Nestlé, versuchen unsere Wasservorräte zu privatisieren. Wenn man mal in Ruhe darüber nachdenkt, klingt das schon ein wenig merkwürdig – oder empfinde ich das nur so? Wie dem auch sei, wurden die wenigen Kritiker dieser Challenge in öffentlichen Blogs und Postings förmlich gesteinigt. Sie seien Spielverderber und hätten im Allgemeinen immer und an allem was auszusetzen und seien einfach nur verbitterte Pessimisten, die keinen Sinn für die Gesellschaft haben. Nun, da die ganze Welt sich beeist und aus einer anfänglich wundervollen Idee, die aus Freundschaft und Hilfsbereitschaft geboren wurde, ist letztendlich ein marketingträchtiger Selbstdarstellerzirkus geworden, wo wir nicht mehr unterscheiden können, ob es die Menschen aus Mitgefühl tun oder aber einfach nur wegen den 5 Minuten Ruhm auf der internationalen FB-Bühne. Ehrlich gesagt interessiert mich das gar nicht. Alleine der Gedanke, dass wir in der Lage sind, so viele Menschen mit einer Idee zu infizieren und damit ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen, gibt mir Hoffnung und ich gebe die Menschheit noch nicht komplett auf. Erstaunlich finde ich aber die Entwicklung, die nun gerade im Gange ist. Waren die Reaktionen am Anfang der Challenge noch durchweg positiv, mehren sich nun die kritischen Stimmen und es ist auf einmal hip das ganze einfach nur saudoof zu finden und alle, die mitmachen haben sowieso keine Ahnung, was so in der Welt los ist. Verdurstende Kinder in Afrika, Bomben im Gaza, Krieg in der Ukraine – und wir schütten uns fröhlich Eimer mit Eiswasser über die Köpfe.
Ich verstehe uns Menschen einfach nicht mehr! Müssen wir immer dafür oder dagegen sein? Kann man nicht eine Aktion kritisch beurteilen, aber sie trotzdem unterstützen oder zumindest respektieren? Wirklich geschadet hat diese Challenge doch niemanden. Die penetrant und in unzähligen Mengen geposteten Videos nerven mich auch, aber die Videos und Fotos der Gegner, die nun auf uns einprasseln, tun das auch! Ich verstehe auch, dass es viele ärgert, dass eine Sache wie die IceBucketChallenge Medial mehr Aufmerksamkeit bekommt, als sämtliche Nachrichten aus allen Krisengebieten der Welt, aber das ist nun mal Marketing. Man kann nicht jeden Tag Fotos von toten Kindern im Gaza posten und sich wundern, warum keiner hilft. Keiner sieht gerne solche Bilder auf seiner Pinnwand, obwohl ein jeder von uns weiß, was gerade in der Welt passiert – also blendet man es aus. Hätte man mit so einer Challenge vielleicht mehr Aufmerksamkeit erzielen können, um damit Frieden in die Ukraine oder in den Gaza zu bringen? Abwegiger Gedanke? Finde ich nicht! Es kam nur noch niemand auf die Idee, etwas lustiges zu diesem Thema zu machen, weil es unser Moralempfinden nicht zulassen würde. Bei Wasserverschwendung sehen wir das nicht so eng. Da fehlen die toten Kinder halt…
 
Stephen Hawkin, prominentestes Opfer dieser Krankheit, hat mal gesagt: ” Wie kann sich die menschliche Rasse in einer Welt, die sich politisch, sozial und in Umweltfragen im Chaos befindet, weitere hundert Jahre halten?”
 
Ich sag’s euch! In dem wir leben und leben lassen!

Peace,

euer Senay

Life is… what u’re missing while looking at ur smartphone!

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Immer wenn ich das Gefühl habe, alles um mich herum wird mir wieder mal zuviel und ich quasi unter der Last des Socialisings zusammen zu brechen drohe, nehme ich mir eine kurze Facebook-Pause. Kurz bedeutet in diesem Fall immer so lange, wie ich es mir leisten kann und ich es nicht unbedingt vermisse. Es ist nun mal eine traurige Wahrheit, das heutzutage vieles was sich im Event, Mode, Fotografie- Medienbereich tummelt, nicht mehr ohne die Posting‘s, Einladungen und Fotos auf unser aller Lieblingsportal auskommt. Facebook kann dich innerhalb kürzester Zeit zum Star machen und ist damit die zweite große Macht im Onlinebusiness direkt nach YouTube!

Ich hätte auch Twitter oder Instagram löschen können, aber der Effekt wäre nicht der gleiche gewesen. Nicht mal ansatzweise! Ich muss mir tatsächlich ein zwanghaftes Verhalten eingestehen, was mein Onlineverhalten und die tägliche Nutzungszeit meines Facebook-Account betrifft. Das fast minütliche Checken meines Smartphones nach neuen Kommentaren auf meine Posts, dass hoffen auf Klicks wenn ich einen neuen Mix Online stelle oder aber einfach nur das Zählen der Likes die ich auf meine Bilder bekomme, machten mich süchtig nach mehr. Nach mehr Aufmerksamkeit, mehr Likes, mehr Liebe und mehr Anerkennung! Ich liebe und brauche das Gefühl verstanden und gemocht zu werden und die Selbstbestätigung die damit einhergeht. Ich begreife zum Teil bis heute nicht, was die vielen Menschen veranlasst mir, meinen Posts und meiner Musik zu folgen und mich so unglaublich dabei zu unterstützen,…… aber ich genieße es. Ich bilde mir ein, dass ich das Leben derer, die mir eine erfolgreiche Freundschaftsanfrage geschickt haben irgendwie bereichern oder aber auch belustigen kann, und wenn es auch nur jeden Tag ein Lächeln ist, dass ich durch meine Zitate, deren Autor meist natürlich unbekannt sind, auf die Gesichter der Menschen zaubern kann. Ich muß das Lächeln nicht einmal sehen aber ein Like ist ein guter „Ersatz“ dafür.

Die ersten Tage Abstinenz zeigen dir erst mal wie der Griff zum iPhone schon mehr als automatisch, fast unterbewusst abläuft ohne das ich wirklich Kontrolle darüber hätte. Wie ein Junkie der verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten Schuss ist, schaue ich ständig auf mein Telefon, ob meine Dealer online und aktiv sind, hole mir dann meine tägliche Dosis Aufmerksamkeit und dröhne mich dann damit so zu bis ich die reale Welt um mich rum für ein paar wenige aber schöne Momente vergesse. Leider erhöht sich beim täglichen Konsum natürlich auch die Dosis nach oben und zack, findet man sich an einer billigen Bahnhofstoilette wieder und bettelt armselig nach freiem WLAN damit man nur ganz kurz seine Nachrichten überprüfen kann!

Social-Network-Overkill!!!

Nach nun 10 Tagen ohne Facebook, und das ist wahrlich keine lange Zeit um auf ein eigentlich völlig irrelevantes Medium zu verzichten, gehe ich heute wieder online! Ich muss zugeben, dass ich es vermisst habe und freue mich auf alle die mein Fehlen bemerkt haben, gehe aber wie immer nach so einer Pause mit ein wenig mehr Vorsicht an die Sache ran. Mir ist natürlich bewusst, das sich der krankhafte Drang ständig eingeloggt zu sein Tag für Tag ein wenig mehr überhand nehmen wird aber dann werde ich einfach wieder einen Urlaub beantragen und so geht wird das Katz und Maus Spiel zwischen mir, meiner Sucht und dem Leben Offline immer wieder aufs Neue beginnen.

Die Kunst ist es nicht das Neue zu verteufeln, sondern damit umzugehen und Bill Gates hatte das mal treffend formuliert:

Das Internet ist wie eine Welle: entweder man lernt auf ihr zu schwimmen, oder man geht unter!

Wir sollten alle wieder Schwimmen lernen!

Let Sunshine Dominate

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Nach einem schier unendlich langen Winter der Berlin und Deutschland über Monate hinweg in seinem Würgegriff hatte, freut sich nun die Hauptstadt über die ersten sonnigen und warmen Tage des Jahres. Menschen, ausgehungert nach Licht und Wärme, stürmen bei 16 Grad raus in die Parks der Stadt, um in kurzen Hosen und Shirts den Sommer mit Gewalt herbei zu grillen! Und dann gibt es noch die anderen…

Menschen denen alles etwas zu schnell geht! Menschen die gemütlich auf der Couch sitzend alles auf sich zu kommen lassen! Menschen die ihrer Frühjahrsmüdigkeit erliegen und trotz all den wunderbaren Dingen die sie sich in den tristen Kältemonaten vorgenommen haben, es einfach nicht schaffen, ihre Astralkörper in Wallung zu bringen und ihre Winternarkose zu überwinden. Nach diesen unzähligen Tagen im Dunkeln, Nieselregen und Kälte braucht der Bio-Rhythmus nun mal, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Das aufstehen morgens fällt einem zwar immer noch sehr schwer, aber dank der Sonne, tut man es wieder gerne. Was also tun gegen müde Knochen die trotz einem erhöhten Dopaminspiegel durch Sonneneinstrahlung sich einfach nicht bewegen wollen!? Wenn das Fleisch schwer und der innere Schweinehund ein gemütlicher 120 Kilo-Bernhardiner ist!?

Die Lösung ist schlicht und ergreifend einfach nur die Menschen um uns herum! Freunde, Verwandte, Verliebte und Gabi, eine nette Dame vom Wochenmarkt, die seit Jahren einfach nur eine Institution im Berliner Currywurst-Geschäft ist. Menschen, die uns in solchen Momenten den kleinen aber nötigen Impuls geben, doch hinaus in die reale Welt zu gehen und Abseits von Fernsehen, Facebook und YouTube mal einen echten Grill anzuwerfen, eine runde Fußball mit richtigen Freunden auf dem Bolzplatz zu spielen und echten Frauen hinterher zu schauen.

LSD

Let Sunshine Dominate!

 

Euer Senay

Liebe oder so…

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die meisten Menschen ein völlig anderes Bild von Liebe haben, als ich oder ein verschwindend geringer Teil meines sozialen Umfeldes. Im Grunde unterscheide ich zwischen denen die von Liebe reden und den anderen die sie mit all ihren Konsequenzen leben. Liebe ist kein Gefühl, welches von einem anderen in dir erzeugt wird. Sie muss vorher schon da sein! Mann muss lieben wollen! Anders kann ich mir einfach nicht erklären, warum Menschen sonst in der Lage wären völlig nervige Angewohnheiten ihrer Partner einfach als sehr spezielle und  eigentlich niedliche Angewohnheit abzutun!? Das böse erwachen kommt erst nach dem finalen Streit und der daraus resultierenden Trennung. Wie??? Seit wann kannst du denn mein Schnarchen denn nicht leiden??? Ich dachte immer, es hätte eine beruhigende Wirkung auf dich!? Unser Blickwinkel verschiebt sich oder möglicherweise lässt  das Rosa schlagartig nach, trennt man sich erst einmal. Zurück zum Thema. Grundsätzlich stürze ich mich Hals über Kopf in meine Beziehungen und öffne mein Herz soweit wie möglich wobei ich meist nicht mal die Gründe nennen könnte, die im Endeffekt ausschlaggebend für mein verliebt sein waren. Ich will lieben und ist jemand gut zu mir tu ich das für gewöhnlich auch. Bis hierher unterscheiden sich die Verliebten während ihrer frühen Phase des erhöhten Dopaminpiegels nicht wirklich. Dort wo das verliebt sein aufhört entscheidet sich nun ob die Liebe beginnt oder ob man an jedem darauf folgenden Tag ein wenig mehr seines alten Lebens vermisst. Ist das der Fall ist das Ende faktisch schon besiegelt und es wird ein langsames und qualvolles Sterben folgen, ist man nicht bereit rechtzeitig die Reissleine zu ziehen. Liebt man einen Menschen, spielen die äußerlichen Begebenheiten keine Rolle. Möchte man mit einer Person zusammen sein,  sollte das wie und wo nicht so eine tragende Rolle spielen. Dass das in unserer heutigen Welt tatsächlich an Utopie grenzt ist mir mittlerweile schmerzhaft auch schon bewusst geworden. Man hat einen Traum, einen Plan oder einen Anspruch ans Leben und der Partner muss integriert werden. Er ist ja schließlich nur ein Teil MEINES Lebens. Man kann leider aber auch den richtigen Menschen wegen des falschen Lebens verlieren. Wieder einmal finde ich mich einem Punkt wieder, wo ich mir eingestehen muss versagt zu haben. Was auch immer es war, ich habe eine Teilschuld daran getragen aber dies auch zu verstehen fällt mir dennoch schwer. Ich kann mit logischen Antworten nichts anfangen, da mein Gefühl mir was anderes sagt. Auch ich wäre gerne in der Lage, das ganze Ausmaß meines Dilemmas voll zu begreifen aber das einzige was momentan wirklich deutlich spürbar für mich ist, sind Trauer, Enttäuschung und ein kleines bisschen Wut. Ich kann und will irgendwie nicht, dass mein Kopf die Kontrolle übernimmt. Ich fühle mich als Mensch einfach wohler wenn auch weiter der Bauch der Kapitän dieses zum sinken verurteilten, rostigen Kahns ist, der sich mein Leben schimpft. Solange meine Entscheidungen aus dem Herzen kommen, kann ich mir wenigstens sicher sein, dass sie zwar nicht unbedingt klug sind aber dafür mit Sicherheit Ehrlich. Ich hatte eine größtenteils wundervolle Zeit mit einer wundervollen Frau die mir in meinen Fähigkeiten als Philanthrop so ziemlich alles abverlangt hat aber es trotzdem geschafft hat mich, wenn auch nur für eine kurze Zeit, wieder Lieben fühlen zu lassen. Merkwürdig das ausgerechnet die schönsten Erinnerungen die größten Schmerzen verursachen… Ich bin traurig, dass sich unsere Wege nun trennen und hoffe, sie findet ihren.

Was mich betrifft, habe ich weiterhin auch Liebe im Herzen und verbleibe wie eine Briefmarke. Außen rauh und kantig und dahinter ein klebriger Hintergrund!

Passt auf euch auf,

Peace, euer Senay

Einfach mal Danke sagen …und ein wenig Meckern!

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Schon seit Tagen quält mich das Bedürfnis wieder was zu schreiben, da ich ansonsten Gefahr laufe alles in mich hineinzufressen und da ich das weder meinem Magen, meiner Psyche oder meinem Dickdarm zumuten möchte, bringe ich es jetzt zu Papier oder wie in diesem Fall eher richtig, auf meinen Blog! Ich könnte mich zur Zeit so ziemlich über alles aufregen und bin zu dem Endschluss gekommen, dass die Menschheit einfach nur schlecht ist. Ein Großteil der Bevölkerung ist einfach intellektuell auf der Strecke geblieben und der jämmerlich Rest ist zu bequem und satt um wirklich auf die Barrikaden zu gehen und für ein besseres Miteinander endlich mal die Stimme zu erheben. Während in unserer direkten Nachbarschaft Kinder verkauft, gequält und missbraucht werden, zeigt sich Deutschland solidarisch mit einem Verurteilten Steuerhinterzieher und erstellt sogar Fanseiten um für seine vorzeitige Entlassung zu demonstrieren, während er seine Luxushaft noch nicht mal angetreten hat. Millionen fiebern mit einem Glatzköpfigen Weichei dessen unsagbar schwere Aufgabe darin besteht, aus einem Haufen Mediengeiler Flittchen die Liebe seines Lebens zu finden, die er vorher in mehreren vom Fernsehen inszenierten und finanzierten Fantasie-Dates, die er aus eigener Tasche niemals bezahlen hätte können, körperlich und geistig ausprobieren darf. Das wir nebenbei gerade in den 3. Weltkrieg getrieben werden interessiert da natürlich keinen. Hauptsache Angelina ist eifersüchtig und Katja hat ne Puffmutter! Schlagzeilen für ein Volk dass sie auch verdient! Die Welt brennt aber RTLII und Konsorten haben schon die passenden Würstchen für den Grillabend parat und Oliver Pocher wird das ganze natürlich Live moderieren. Eine professionelle Jury aus Promis wird gerade zusammengestellt und ich habe wie immer keine Ahnung was man zur Apokalypse eigentlich so anzieht. Ist Russland eigentlich auch eingeladen und bekommen die Griechen ihre Eintrittskarten auf Pump? Ich hoffe die Boing taucht auch wieder auf, sonst haben die Passagiere ja nichts vom Untergang. Wir steuern Roboter auf dem Mars aber schaffen es angeblich nicht dieses verdammte Flugzeug zu finden. Würde mich nicht wundern, wenn das alles nur ein Werbegag von Network ABC wäre und sie nur Promo für die neue Staffel von Lost machen. Unbezahlbar??? Nicht für das Fernsehen! Moralisch verwerflich??? Nicht für das Fernsehen! Unmöglich??? Nicht für das Fernsehen!

Irgendwie habe ich keine Lust mehr auf Erde und Menschen und so… Ich bin unserer Welt einfach nur noch überdrüssig. Was ist es aber, was mich trotzdem dazu bringt einen neuen Tag zu beginnen. Was lässt mich jeden Tag aufs neue hoffen und den Glauben an die Zukunft und die Tatsache, dass es irgendwann besser wird, nicht verlieren!? Das seit ihr!!! Meine Kinder, meine Frau, meine Familie und meine Freunde! Wenn ich mir mein Umfeld und die Menschen die darin enthalten sind ansehe, kann ich nicht verstehen, warum die Welt so abgrundtief schlecht ist. Meine Freunde sind definitiv nicht Schuld daran! Ihr seid  (um das ganze mal in alphabetischer Reihenfolge zu sortieren) abenteuerlich, aktiv, angenehm, animalisch, anmutig, anregend, anspruchsvoll, anziehend, aphrodisierend, atemberaubend, athletisch, attraktiv, aufreizend, ausgelassen, außergewöhnlich, außerordentlich, bedeutend, beeindruckend, beflügelnd, befreiend, begehrenswert, begeisternd, beglückend, belebt, berauschend, besonders, bewundernswert, bezaubernd, brillant, charismatisch, charmant, dominant, duftend, dynamisch, echt, edel, ehrlich, einfühlsam, einzigartig, ekstatisch, elegant, emotional, empfehlenswert, entzückend, erfrischend, erhellend, erotisch, erregend, erstaunlich, erstklassig, exklusiv, extravagant, exzellent, fabelhaft, fantastisch, faszinierend, fein, fesselnd, feurig, freizügig, freudig, freundlich, frisch, fröhlich, geheimnisvoll, geliebt, genüsslich, geschmackvoll, gigantisch, glänzend, grandios, gravierend, grenzenlos, großartig, harmonisch, heißblütig, hemmungslos, herrlich, hervorragend, hübsch, humorvoll, ideal, imponierend, individuell, intelligent, intensiv, interessant, knallig, königlich, kostbar, kraftvoll, kunstvoll, lebhaft, leidenschaftlich, leuchtend, liebenswert, lustvoll, luxuriös, mächtig, magisch, märchenhaft, mitreißend, mysteriös, mystisch, packend, perfekt, phänomenal, phantastisch, positiv, potent, prächtig, prall, rasant, real, rein, reizend, riesig, romantisch, scharf, schön, selbstlos, selbstsicher, selten, sensationell, sensibel, sexy, sinnlich, spannend, spektakulär, stark, stilvoll, sympathisch, traumhaft, überlegen, überwältigend, unfassbar, unglaublich, unwiderstehlich, verblüffend, verführerisch, verlockend, warmherzig, wertvoll, wild, wohlriechend, wunderbar, wunderschön, wundervoll, zärtlich und zuverlässig!

Vielen Dank dafür!

Peace,

Euer Senay