Werde alt und bleibe Kind!

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Alle die immer noch ein Kuscheltier aus ihrer Kindheit besitzen und es lieben bitte mal die Hand heben. OK… Das sind einige. So, und jetzt heben alle die Hand, die es heute noch schaffen mit diesem Überbleibsel früherer und glücklicherer Zeiten zu spielen. Na, da gehen aber einige Hände  wieder runter. Warum fällt uns so schwer das Kind in unserem Herzen am Leben zu halten? Warum sind wir peinlich berührt, wenn man uns beim Spielen mit alten Spielsachen aus dem Keller erwischt? Und warum, verdammt noch mal, ist es so wichtig sich erwachsen zu benehmen wenn einem eigentlich nach wildem rumgehüpfe auf dem ehelichen Doppelbett ist? Keine Ahnung warum ich mir diese Fragen stelle, denn eine plausible Antwort habe ich darauf leider nicht. Zum Erwachsenwerden gehört allgemein üblich dazu, dass man den Ernst des Lebens kennen lernt und einsehen muss, dass das Lieben und Leben kein sommerlicher Spaziergang durch eine Blumenwiese ist. Verantwortung übernehmen und die Welt mitgestalten damit es unseren Kindern einmal besser geht als uns. Das sind die ehrenwerten Ziele, die wir uns selbst gesteckt haben. Seien wir mal ehrlich aber besonders talentiert stellen wir uns dabei nicht an. Wir befinden uns am Abgrund unserer Existenz, dem wir natürlich mit Contanance und Selbstbeherrschung entgegen treten, so wie das Erwachsene nun mal tun würden, anstatt die letzten Momente die uns bleiben mit Menschen zu verbringen, die uns glücklich machen und Dinge zu tun, die uns Freude schenken und uns vielleicht ein letztes glückliches Funkeln in die Augen zaubern könnten. Wir würden uns eher anständig an einen Tisch setzen und wie Erwachsene ruhig und besonnen auf den Untergang warten. Eigentlich würden wir wahrscheinlich eher durchdrehen und plündernd und brandschatzend durch die Strassen ziehen und herumschreien wie kleine Mädchen und  darauf hoffen, eine höhere Macht möge uns doch bitte retten. Kinder nehmen solche Situationen ganz anders war. Natürlich wären sie erst voller Angst und würden den Ernst der Situation nicht wirklich begreifen aber würde man ihnen einfach nur sagen, dass ihnen nur noch 24 Stunden übrig bliebe, dann würden sie, und dafür lege ich meine Hand ins Feuer, ihre Lieblingsspielsachen holen, fragen ob sie ihre Freunde noch mal sehen können und dann einfach nur spielen und versuchen Spaß zu haben. Kinder haben ein viel besseres Gespür für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, als wir Alten es je wieder haben werden. Mir wurde in einer meiner früheren Beziehungen mal gesagt, ich solle mich doch bitte meinem Alter entsprechend anziehen. Meinen beiden Jungs gefällt aber die Art wie ich mich Kleide. Ich bezweifle, dass mich ein Anzug zu einem besseren Menschen machen würde aber ich denke, es würde mein Umfeld beruhigen. Und genau hier fängt der Hamster an zu humpeln!

Wir werden nicht erwachsen, weil es gut für uns ist, sondern weil es gut für die Gesellschaft ist. Das Verhalten Erwachsener ist eine Norm, die wir unseren Kindern versuchen überzustülpen, weil wir der Meinung sind, sie wären dann nicht mehr so unberechenbar. Wenn man so und so alt ist, dann macht man die Dinge halt so und so. Kinder sehen die Dinge nicht ganz so rational. Natürlich wären unsere Taten nicht mehr so effektiv, würden wir uns den lieben langen Tag nur noch kindisch verhalten aber ich bin mir sicher sie würden viel mehr Spaß machen. Spaß ist zwar nicht alles im Leben aber Spaß ist essenziell.  Meine Jungs haben mich gelehrt, wie wichtig es für mich selbst ist, manchmal dem kleinen Monster in mir seinen Ausgang zu gewähren und einfach mal das erstbeste zu tun, was mir in den Sinn kommt, solange es nur lustig und kindisch ist, und Achtung ganz wichtig, niemandem schadet. Glaubt mir Leute, es macht heute noch genauso viel Spaß wie früher mit Matchboxautos zu spielen und dabei die quietschenden Reifen selbst zu synchronisieren. Wann habt ihr euch das letzte mal eine Decke auf den Rücken geworfen und Batman gespielt? Kind zu sein war mal ein unglaublich schönes Gefühl und das kann man sich erhalten. Anstatt unseren Kindern nur etwas beibringen zu wollen, sollten wir vielleicht mal schauen, was wir von ihnen noch lernen können. Ein jeder von uns sollte niemals ganz die Verbindung zum Kind in uns verlieren und es ab und zu mal zum spielen ausführen.

Wilhelm Schlichting hat mal gesagt, “Eigentlich sollte die glücklichste Zeit des Lebens die Kindheit sein aber ich bezweifle das, denn man muss erst alt werden, um das zu wissen!” Irgendwie traurig, findet ihr nicht!?

Wenn wir wir es selbst schaffen uns daran zu erinnern, dass unsere Kinderjahre die schönsten waren, wären wir dann vielleicht auch in der Lage unserem Nachwuchs beizubringen diese zu genießen und sie müssten in der heutigen Welt nicht immer schneller erwachsen werden.

In diesem Sinne, sucht das Kind in euch! Es soll mich anrufen und wir treffen uns zum Spielen!

Peace

Euer Senay

 

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2 Gedanken zu “Werde alt und bleibe Kind!

  1. …ach ja, ich habe noch meinen Teddybär, den mit mit 1 oder 2 Jahren bekommen habe. Manchmal hol ich den hervor und kuschel den vorsichtig an. Er ist nämlich in die Jahre gekommen und darf auf keinen Fall auseinander fallen :-)

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