Der erste Eindruck und wie oft man damit daneben liegt…

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Wir haben es uns mittlerweile zu eigen gemacht die Menschen relativ schnell zu katalogisieren und mit unseren mit Vorurteilen vorbelasteten Erfahrungen in Schubladen zu stecken. Einige haben damit eine sehr hohe Trefferquote aber ein Großteil liegt meist so weit daneben, dass man froh sein kann, wenn diese keine machtbehafteten Positionen bei Gericht oder ähnlichen Institutionen haben. Die Anzahl der Todesurteile würden anhand von persönlichen Befindlichkeiten in unermessliche Höhen schießen! Ich selbst halte mich für einen der tolerantesten Menschen überhaupt und bin selbst nicht frei von einem fast suchtartigen Bedürfnis Menschen anhand kleinster Verhaltensmuster sofort zu analysieren, um zu sehen ob mich meine Menschenkenntnis mal wieder im Stich lässt oder ob ich tatsächlich der Philanthrop bin, für den ich mich selbst halte. Ich habe in all den Jahren in denen ich meine Vorliebe für Zwischenmenschliche Beziehungen ausleben durfte eines gemerkt… Die Menschen werden nie aufhören mich immer wieder zu überraschen oder zu enttäuschen! Wenn man vor 40 Jahren noch davon ausgehen konnte, dass eine Person  eine Zeit lang Besucher eines staatlich geführten Hotels mit Metallgittern vor den Fenstern gewesen sein muss und das Anhand seiner nicht gerade professionell gestochenen Tattoos auch relativ schnell erkennbar war, kann ich heute nicht mal mehr erkennen, ob jemand auf der Strasse lebt oder einfach nur Hipster ist. Es gibt keine klaren Strukturen mehr die erkennen lassen, welcher Gruppierung ein Mensch mittlerweile angehört, weil jeder alles darf! Wollte man früher noch mit einen bestimmten Kleidungsstil zeigen, dass man einer Gruppe, einer Musikrichtung oder einer bestimmte Szene angehörte, so spielt das heute keine Rolle mehr. Eines der besten Beispiele sind immer noch meine ausländerfeindlichen Freunde von der nationalen Front, die vor Jahren noch nicht mal in der Lage waren sich selbst etwas auszudenken und satt dessen die englischen Skins zu kopieren begannen, um damit den Ruf der Skabewegung völlig zu versauen, tragen heute Nazis Designerware und kleiden sich, wie sie es möchten oder einfach nur wie du und ich. Nicht der Pöbel der in Bomberjacken und mit Reichsflaggen bewaffnet, durch Kleinstädte zieht und mit ihren möchtegern Demos für Unruhe sorgt. Ich rede von (Achtung!!!! Ironie!!!) ihrer intellektuellen Elite die es geschafft hat, unsere Gesellschaft zu unterwandern, weil sie sich perfekt angepasst haben. Aber ich schweife ab! Rassismus war heute nicht mein Thema…

Einer der Gründe warum ich Berlin so liebe ist der, dass man hier keinen Restriktionen unterliegen muss. Jeder kann tragen was er möchte, wo er es möchte und wann er es möchte. Sprayer in Anzügen sind genauso keine Seltenheit, wie Banker in Baggy-Jeans. Ständig erfinden sich Menschen in Berlin neu und vermischen dabei die unterschiedlichsten Stile miteinander, um einen neuen eigenen zu kreieren. Jetzt aber der Knackpunkt!!! In einer Zeit, wo das Äußere anscheinend keine Rolle mehr spielt, rückt das persönliche Verhalten in eine wichtige Position. Für mich spielt das Outfit und der Kleidungsstil meines Umfeldes keine Rolle mehr. Ein Typ im Anzug und einer Hublot am Handgelenk ist meist der größere Trottel ohne Benimm und Anstand, als der Punk mit Pappbecher am Bahnhof! Besinnt euch wieder auf das wesentliche und denkt mal darüber nach, was uns zu Menschen macht… Es ist das miteinander in Toleranz und Höflichkeit. Lästern tuen wir alle und dies ist auch Bestandteil der menschlichen Psyche und so nötig wie das tägliche Brot aber es ist nun mal eine Unterschied ob man seiner Seele nur Luft macht oder ob man sein Leben seinen Vorurteilen unterwirft.

Frank Zappa hat mal was sehr schönes gesagt.

Der Geist funktioniert wie ein Fallschirm, am besten wenn er offen ist!

Also… haltet euren Geist und eure Herzen offen!

Peace!

Euer Senay

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Ein Gedanke zu “Der erste Eindruck und wie oft man damit daneben liegt…

  1. Lieber Senay, Chapeau für diese Eintrag und ich gestehe, ich bin jemand der auch mal ( lange ist’s her… zum Glück) schnell vom äußerlichen beeindruckt und /oder voreingenommen war. Ich habe in den letzten Jahren- vielleicht bedingt durch persönliche Schicksalsschläge- eine für mich nicht bemerkbare Metamorphose durchlebt und sehe heute viele Äußerlichkeiten einfach nicht mehr (wünsch ich mir für alle 😄) mir ist es viel, viel wichtiger ob mein gegenüber eine natürliche Ausstrahlung, ja vielleicht sogar Aura hat, jedoch wo meine Toleranz dünn ist wie der Film auf einem warmen Kakao, ist bei Dummheit… diese „Intoleranz“ hoffe ich bis ins hohe alter zu bewahren, schützt sie doch alles was mir lieb ist!!!!

    Grandioser Artikel, bitte mehr davon

    Gruß
    Martin

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