Marilyn oder Manson!?!?

Picture © Linus Ma / www.linus-ma.com

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Oft verstecken sich die empfindlichsten Seelen hintern den härtesten Fassaden. Menschen mit der Sensibilität einer Mutter Theresa verstecken eben diese oft im Körper eines Charles Manson! Warum ich gerade heute damit um die Ecke komme, liegt daran, dass mich zuletzt ein Mensch zutiefst beeindruckt und bewegt hat. Ich hatte ja bereits über Vorurteile und ähnliches geschrieben aber hier geht es nicht um das gleiche, sondern warum Menschen so gerne böse erscheinen möchten. Die liebsten und nettesten Personen in meinem Umfeld erzählen mir immer wieder wie gemein oder böse sie sein können. Glaubt mir, ihr seid es nicht. Es gehört zur menschlichen Psyche einfach dazu abgrundtief schlimme Gedanken zu haben, um damit seinem Frust und Kummer ein wenig Raum zu geben und um es damit einfach besser zu verarbeiten. Lästern, tratschen und das herziehen über Andere ist einfach ein legitimes Mittel seinen Emotionen Platz zu schaffen. Jeder der mich ein wenig intensiver kennt, weiß wie empfindlich ich in bestimmten Situationen reagieren kann und das mein äußeres Erscheinungsbild in keinster Weise darauf schließen lässt, was für ein Mensch ich bin. Ganz im Gegenteil! Mein Bart, meine Tats, meine Piercings, ja sogar die Wahl meiner Kleidung könnten eigentlich Hinweise auf meine kriminelle und aggressive Grundhaltung sein. Sie sind es aber nicht! Ätsch! Verarscht! Es ist eine Art Tarnung die  zwar nicht ganz der Wahrheit entspricht aber auch nicht wirklich gelogen ist. Sie ist ein Teil dessen, was mein Ganzes ausmacht! Ohne das eine, wäre das andere nicht komplett. So wie Ying und Yang ergänzen sich beide hälften zu einem harmonischen Ganzen. Wie bei allen Dingen auf dieser Erde ist die Balance zwischen Gut und Böse immer ausschlaggebend. Noch vor Jahren begannen Menschen sich heimlich Tattoos an schwer sichtbaren Stellen stechen zu lassen, damit sie einem Teil ihrer Freiheit liebenden und an die Gesellschaft nicht angepassten Seelen ein Ventil geben konnten. Im Büro wurden diese natürlich stets versteckt aber ging man Abends mit gleich gesinnten aus, wurden diese präsentiert in der Hoffnung, keiner der Kollegen würde sie entdecken, weil diese engstirnigen und in Hamsterrädern gefangenen Arbeitstiere würden das ja eh nicht verstehen. Man passte sich sozial zwar an, wollte aber trotzdem ein Stück weit Rebell sein, weil tief im Herzen war man ja eigentlich ein Freigeist. Zumindest bis die nächsten Rechnungen fällig waren. Man musste sich ja anpassen. Wer würde denn sonst einen tätowierten und gepiercten Menschen einstellen und ihm damit sein Vertrauen und vielleicht sogar Verantwortung übergeben. Wer seinen Körper in der Art misshandelt, kann doch nicht vertrauensvoll sein, oder!? Oder denken wir noch weiter zurück… In den 80ern hatte ich einen Deutschlehrer, dem ich bis heute Dankbar bin, weil er es geschafft hat, aus einem kleinen Türkenjungen einen zitateliebenden Verbalakrobaten zu machen und sein Interesse für die Deutsche Sprache zu wecken, der für einen Lehrer völlig untypisch einen Ohrring offen zur Schau trug. Was eine coole Type. Natürlich war er dem größten Teil des Lehrapparates ein Dorn im Auge mit seiner unkonventionellen Art zu unterrichten aber für mich war eine Quelle der Inspiration! Er gab mir nicht nur sein Wissen weiter, sondern er gab mir die nötigen Impulse sein zu können wie ich nun mal bin! Er war der erste der hinter die Fassade geblickt und anscheinend was gesehen hat, was für die anderen Lehrer lediglich ein Störfaktor war. Kreativität und die Liebe zum Leben. Noch vor ein paar Jahren, wo Tattoos und Piercing schon lange nichts besonderes mehr waren, begann ein neuer Trend. Ein klassischer Stilbruch! Ein Zeichen derer Menschen, die zwar anständige Jobs hatte aber trotzdem aus der Masse auffallen wollten. Das Septum! Früher als Bullenring verschrien, ist er heute in allen Bevölkerungsschichten zu finden. Hauptsache man kann seinem grauen Alltag ein wenig Rebellion hinzufügen. Warum ich nun diesen Blog heute schreibe liegt an einer Person die ich kennen lernen durfte. Eine Person, die äußerlich nicht härter und auffallender sein könnte aber die, wenn man es geschafft hat ihren Panzer zu knacken, liebenswürdiger und verletzlicher nicht sein kann. Oft sind unsere Bemalungen und der ganze Schmuck nur ein Teil einer Mauer, die uns den nötigen Schutz vor unnötigen Tiefschlägen geben soll. Menschen müssen sich mühe geben, um hinter diese Mauer schauen zu dürfen. Es ist keine Herausforderung an die, die nur einen neugierigen Blick auf das werfen möchten, was sich dahinter verbirgt. Es ist mehr die Hoffnung, dass sich Menschen, die sich wirklich für uns interessieren, sich die Mühe und die Arbeit machen diese Hürde zu erklimmen. Nehmt euch die Zeit, wenn euch der Mensch wirklich wichtig ist aber behandelt sie nicht wie zur Schau gestellte Freaks in einem Zirkus! Nicht die gepiercten und tätowierten haben die Welt zu dem gemacht was sie heute ist, sondern Menschen in Anzügen und Krawatten, die sie herablassend anblicken! 
 Es ist der Geist, der sich den Köper baut! (Schiller)
Peace,
Euer Senay
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